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Wir brauchen mehr Risikofreude
Fracking

Wir brauchen mehr Risikofreude

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Zwei Dinge sind gerade gleichzeitig passiert: Deutschland ist laut Weltinvestitionsbericht aus der Gruppe der Top-20-Begünstigten von Direktinvestitionen herausgefallen. Und: Der Landtag Schleswig-Holsteins hat soeben das Fracking eingeschränkt. Was hat das eine mit dem anderen zu tun?

Beim Fracking geht es um die Förderung von Schiefergas, das in Gesteinsschichten tief unter der Erdoberfläche eingeschlossen ist. Die  Methode ist nicht nur in Deutschland umstritten, sondern hat weltweit viele Gegner.

Die Entscheidung des Landtags wird als ein weiterer Schritt in Richtung eines dauerhaften Verbots in Deutschland gewertet, wozu allerdings erst noch das Bundesberggesetz geändert werden muss. In der gleichen Sitzung wurde auch die unterirdische Speicherung von CO2 (CCS) verboten.

Es gibt viele Aspekte, die bei der Wahl eines geeigneten Standorts für ein Unternehmen von Bedeutung sind.

Unter anderem auch Energiepreise.

Und da schneidet Deutschland schlecht ab: Energie ist hier teuer. Unter anderem, weil einheimische Primärenergieträger zu kostenintensiv sind,  wie Steinkohle. Oder preisgünstigere Alternativen aufgrund ihrer Umweltbelastung und Risiken in der Kritik stehen,  wie Braunkohle und Schiefergas.

Ich will die Vorbehalte hinsichtlich der Risiken nicht verharmlosen.

Gleichwohl müssen wir uns mit ein paar Fragen befassen:

Wie gehen wir mit einer drohenden Deindustrialisierung Deutschlands um, wenn der geschilderte Zustand bleibt wie er ist? Wie schafft Deutschland zum x-ten Male den Ausgleich zwischen Ökologie und Ökonomie? Und vor allem: Wann sind wir bereit, ein Risiko einzugehen?

Die Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Technologien ist in den vergangenen Jahrzehnten verloren gegangen. Die Risiken werden überbewertet und die Chancen kleingeredet. Ich finde, das ganze Leben ist ein Risiko, und mit diesem Zustand geht jeder von uns tagtäglich ganz erfolgreich um.

Nochmal: Ob Fracking oder CSS die Lösung der geschilderten Probleme bringt, müssen andere beurteilen.

Das Für und Wider muss dargestellt und anschließend gegeneinander abgewogen werden.

Aber es bleibt dabei:

Wir brauchen wieder etwas mehr Risikofreude.



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