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Alibaba statt Amazon
E-Commerce in China

Alibaba statt Amazon

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China ist zum weltgrößten E-Commerce-Markt aufgestiegen – auch dank lokaler Online-Shopping-Plattformen, die erfolgreich die kaufkräftige und markenbewusste neue Mittelklasse Chinas bedienen.

Zuletzt habe ich viele Medienberichte und Diskussionen verfolgt, die über die erdrückende Marktmacht, die Arbeitsbedingungen und das Steuergebaren großer Online-Handelsunternehmen wie Amazon, Ebay oder Zalando diskutierten. In den westlichen Industriestaaten haben sich einige dieser weltbekannten Marken fast schon zum Synonym für den dynamisch wachsenden E-Commerce-Markt entwickelt.

Tatsächlich sind diese Unternehmen auf dem Weg, ihre Weltmarktführerschaft an neue Konkurrenten aus China zu verlieren.

Internetshopping in China ein Lebensstil

China hat es nach Marktberechnungen zur Jahreswende geschafft, die bisher führenden USA im E-Commerce-Geschäft zu überflügeln und zum größten E-Commerce-Markt der Welt zu werden. In China ist Internetshopping mehr als eine Art des Einkaufens. Sie ist zu einem Lebensstil geworden.

Aus meiner jahrelangen Zeit in China weiß ich, dass E-Commerce in China ein so gutes Marktumfeld vorfindet wie in kaum einem anderen Land.

Die vier wichtigsten Motoren in China sind die immense Vielfalt an E-Commerce-Plattformen, der große Einfluss von Social Media, die hohe Akzeptanz digitaler Zahlungsplattformen und der enorme Verbreitungsgrad an Smart Phones, der sogenannten Mobile Devices.

Alibabas Umsatz größer als von Ebay und Amazon zusammen

Die Plattform “Alibaba” ist  Chinas unangefochtener Marktführer im B2C-und C2C E-Commerce-Geschäft. Das Unternehmen berichtete kürzlich, dass der Gesamtwert der verkauften Waren im Jahr 2012 größer war als der von Ebay und Amazon zusammen. Alibaba erwartet 2016 Wal-Mart als Nummer eins im weltweiten Einzelhandel zu überholen.

Mit annähernd 600 Millionen chinesischen Internetnutzern und einem E-Commerce-Umsatzwachstum (2009 bis 2012), das jährlich 70 Prozent übersteigt, werden bis 2015 die E-Commerce-Transaktionen in China insgesamt voraussichtlich die 540 Milliarden US-Dollar-Marke überschreiten. Das sind 7,5 Prozent der gesamten Einzelhandelstransaktionen im Netz weltweit. Mehr als jeder zweite chinesische Internetnutzer (55 Prozent) hat bereits jetzt eine Zahlung über sein Mobiltelefon vorgenommen – in den USA ist es nicht mal jeder Fünfte (19 Prozent).

Ich halte deshalb die Berechnungen der Analysten für realistisch, die für das Jahr 2015 voraussagen, dass sich der Mobilhandel in China mehr als verfünffachen wird auf 41.4 Milliarden US-Dollar.

Die Umsatzkategorien variieren stark zwischen den einzelnen Regionen in China. Artikel der vergangenen Saison verkaufen sich in Schanghai schlecht, aber in anderen Märkten immer noch gut. Bewohner mit relativ weniger verfügbarem Einkommen geben ähnlich viel Geld online aus wie Konsumenten aus besser situierten Städten.

Was passiert, wenn Chinas E-Commerce-Unternehmen global werden?

Richtig spannend wird es, wenn sich die chinesischen Shoppingportale für ein „Going Global“ entscheiden und auch jenseits des Heimatmarkts auf Käuferfang gehen. Westliche Unternehmen sollten sich auf die neue Konkurrenz vorbereiten.



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