Anfang Dezember veröffentlichte Transparency International den Korruptionswahrnehmungsindex CPI für das Jahr 2012. Gemessen wurde die wahrgenommene Korruption im öffentlichen Sektor von 176 Ländern auf einer Skala von 0 bis 100 Punkten. In welchem Umfeld befindet sich Deutschland auf Rang 13, mit 79 von 100 Punkten?
Transparency International und Medienstimmen einigen sich für Deutschland auf „das Mittelfeld vergleichbarer Länder“ – abgehängt von den Weltmeistern Dänemark, Finnland und Neuseeland (Rang 1 mit 90 von 100 Punkten). Schlusslichter in Europa bilden Italien (42 Punkte) und Griechenland (36 Punkte), globale Schlusslichter sind Afghanistan, Nordkorea und Somalia (8 Punkte).
Besonders interessant sind die wirtschaftlichen Zusammenhänge, die mit dem Korruptionsindex hergestellt werden. Bekannte Faktoren für hohe Korruption sind zum Beispiel die Menge an Bodenschätzen, willkürliche staatliche Eingriffe in die Wirtschaft oder mangelnde Pressefreiheit. Als Folgen von Korruption werden u.a. sinkende Auslandsinvestitionen, steigende Inflation oder eine sinkende Qualität des Gesundheitssystems angesehen. Transparency International weist auch darauf hin, dass die Korruption in Behörden und unter Amtsträgern ein nicht zu vernachlässigender Faktor in der aktuellen Euro- und Finanzkrise ist.
Welche Bedeutung hat die Platzierung für deutsche Unternehmen? Die auf den ersten Blick recht positive Platzierung sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass eines der fortschrittlichsten Länder der Welt – und das bevölkerungsreichste Land Europas – sich nur im Mittelfeld seiner vergleichbaren Länder bewegt. Insbesondere wenn Unternehmen unter die Jurisdiktion des in USA gültigen FCPA fallen – oder im Rahmen von UK-bezogenen Liefer- und Leistungsbeziehungen der UK Bribery Act Anwendung findet – herrscht ein erhöhtes Haftungsrisiko für Geschäftsführer, Vorstände und die Aufsichtsorgane eines Unternehmens.
Da in der heutigen Medienlandschaft schon ein Funke genügt, um ein mediales Strohfeuer zu entzünden, sind zuverlässsige Compliance Frühwarnsysteme für Unternehmen nach wie vor unabdingbar, um unkalkulierbare Risiken zu vermeiden.








